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Auwärtsfahrt mal anders
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Samstag, 21. August 2010 Rouven, Sinjen und ich wollten zum Auswärtsspiel nach Hamburg.        Super Wetter, fast schon zu warm. Sinjen machte um 13 Uhr Feierabend und dann konnte es losgehen.

Gegen 13.40 Uhr mit Proviant für unterwegs und guter Laune im Gepäck sind wir dann auch losgefahren. Ca. 330 Kilometer bis Hamburg, das müsste in der Zeit machbar sein. Es lief auch alles super. Kein Stau, nur eine kleine Baustelle. Kurz vor Hannover, noch zwei Abfahrten bis zum Wechsel auf die A7 Richtung Hamburg und es war erst 15 Uhr. Wir lagen richtig gut in der Zeit. Mittlere Spur und etwa 140 km/h und dann ein Klock. Irgendwie war die Fahrbahn auf einmal so komisch. Dann wieder ein Klock. Irgendwas haben wir jetzt verloren und ist uns ans Auto geknallt. Ach du Schei… was ist denn jetzt. Der Wagen zog plötzlich total nach rechts. Warnblinklicht an, rüber auf die rechte Spur und dann auf den Standstreifen kurz vor einem Rastplatz.                                                                                                                             Beim Aussteigen haben wir es schon gerochen, es stank total verbrannt. Ja, dann sahen wir es. Der vordere Reifen auf der Beifahrerseite war total zerfetzt. Na, toll und nun?          Ersatzrad aufziehen. Rouven hat in einiger Entfernung das Warndreieck aufgestellt und Sinjen hat sich Werkzeug und Wagenheber geholt.                                                                           Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Reifen gewechselt, hatte also keine Ahnung.          Aber Sinjen meinte, sie bekäme das schon hin. Sie hat also den Wagenheber angesetzt und irgendwie erstmal versucht den Wagen hoch zu kriegen. Irgendwie war das eine komische Technik und die Radmuttern waren auch verflucht fest angezogen. 

15.10 Uhr ich entschließe mich, den ADAC anzurufen. Dafür hat man den ja schon 15 Jahre. „Hallo, ich steh hier auf der A2 Richtung Hannover kurz hinter Bad Nenndorf und habe einen Reifenschaden. Ich kann aber den Reifen nicht wechseln. Wir stehen kurz vor einem Rastplatz.“

„Keine Panik, stellen Sie das Warndreieck auf und schalten die Warnblinklichtanlage an. Ich schicke Ihnen den Pannendienst. Warten Sie am Straßenrand, auf keinen Fall im Fahrzeug warten. Eine genaue Zeit kann und darf ich Ihnen nicht sagen. Der nächste Wagen, der frei und in Ihrer Nähe ist, kommt.“

Jetzt war Warten angesagt. Erstmal eine rauchen und was trinken. Sinjen machte Fotos vom geplatzten Reifen und wie wir auf der Autobahn stehen. Ungefähr eine dreiviertel Stunde später war er in Sicht – der  „Gelbe Engel“. In dem Moment war uns auch egal, dass das was da kam ein gelb-schwarzes Auto war, Hauptsache uns wurde geholfen.

Der Straßenwachtfahrer (ich weiß jetzt, dass die so heißen) war sehr nett und meinte, wir sollten die 100 Meter weiter auf den Rastplatz fahren. Dort ständen wir wesentlich sicherer. Mehr kaputtmachen könnte ich dadurch auch nicht. Rouven holte das Warndreieck wieder rein und Wagenheber und Radmutterschlüssel wurden wieder in den Kofferraum geschmissen.               Mit 20 km/h auf den Rastplatz getuckert. Hier standen wir gut. Der Straßenwachtfahrer holte das Ersatzrad aus dem Kofferraum und meinte, er würde uns den Reifen wechseln.

SWF: Wie weit sind Sie denn von Ihrem Heimatort entfernt?                                                  Ich: Ja so etwa 150 km sind das.                                                                                               SWF: Hm, mit dem Ersatzrad dürfen Sie nur 80km/h fahren. Das ist dann ein ganz schönes Stück.                                                                                                                                    Ich: Nach Hause? Wir wollen nicht nach Hause. Wir wollen nach Hamburg.                                 SWF: Mit dem Rad weiter nach Hamburg und dann noch zurück, das würde ich Ihnen nicht empfehlen.                                                                                                                             Na, toll und jetzt? Frust, Enttäuschung und Ratlosigkeit.

SWF: Ich versuche mal, ob ich irgendwo einen Ersatzreifen auftreiben kann, damit Sie weiterfahren können.                                                                                                               Na das hörte sich doch schon besser an. Der nette Mensch telefonierte rum und fragte nach einem passenden Reifen.                                                                                                          Das mit dem Ersatzrad klappte nicht, also weiter telefoniert. Kurze Frage an mich: „Haben Sie einen Führerschein oder eine ecKarte dabei?“ „Ja einen Führerschein und Ausweispapiere habe ich mit aber keine ecKarte.“ Sinjen meinte: „Ich habe eine ecKarte mit.“                                     Der SWF: „Die Frau hat keine ecKarte, aber ihre Tochter hat eine.“

Sinjen ist also meine Tochter. Hm, Montag erstmal zu dm und AntiAgeing Creme kaufen. Dann klingelte mein Handy und die ADAC Zentrale in München war dran. Da uns soviel an der Weiterfahrt läge, würde man versuchen uns einen Mietwagen zu besorgen. Man meldet sich noch mal.                                                                                                                                       5 Minuten später ging mein Handy wieder. An der nächsten Abfahrt ist eine                          Sixt Autovermietung, dort könnten wir einen Mietwagen bekommen, allerdings erst um 18 Uhr.     Aber unser Gelber Engel kannte noch eine andere ADAC Mobilstation, wo man es versuchen konnte. Wieder warten. Wieder ging das Handy .“ Das mit dem Mietwagen kriegen wir hin.       Vier Abfahrten weiter in ca. 15-20 km ist eine Mobilstation. Dort wartet ein Mietwagen auf Sie.“ Gut aber was ist mit meinem Auto? „Sie können auf dem Rastplatz auf den Abschleppdienst warten, der bringt Ihr Fahrzeug nach Hause und stellt es dort ab, wo Sie möchten. Das dauert etwa 1,5 Stunden.                                                                                                                    Sie können auch bis zur ADAC Mobilstation fahren und Ihr Auto dort abstellen. Es wird dann innerhalb der nächsten 7 Tage mit einem Sammeltransport zu Ihrer Werkstatt gebracht. Während dieser Zeit bekommen Sie von uns ein Mietfahrzeug.“ „Das ist ja super. Ich stelle mein Auto dann dort ab und lasse es per Sammeltransport nach Hause bringen. Was kostet mich das ganze?“ „ Gar nichts, das übernimmt der ADAC.“

Unser Gelber Engel hatte in der Zwischenzeit das Ersatzrad montiert. Noch ein paar Formalitäten und die Wegbeschreibung zur Mobilstelle. Dann konnten wir mit 80 km/h wieder über die Autobahn. Ich war innerlich noch so aufgewühlt, dass ich Sinjen das Steuer überlassen habe.

Um 17 Uhr trafen wir ein. Noch eineinhalb Stunden und noch ca. 140 km. Wenn wir ein wenig Stoff geben schaffen wir das.

Aber da war dann noch der gute Mann von der Autovermietung. Hätte dieser eine Brille getragen, hätte er meinen Ausweis besser und vor allem schneller lesen können. So musste er dauernd nachfragen. Egal 17.15 Uhr „Hier ist der Schlüssel für Ihr Mietfahrzeug. Sie können ja schon mal Ihre Wertsachen und sonstiges aus Ihrem Fahrzeug holen und das neue Auto startklar machen. Ich muss nur noch den Mietvertrag kopieren.“

Das Mietfahrzeug war ein VW Touran. Sinjen meinte sofort: „Toll einen VW, ich fahr den. Wir schaffen das noch.“ Aber da war ja noch der Autovermieter. „Wer von Ihnen ist das ADAC Mitglied? Wenn Sie den Wagen fahren, müssen wir den Vertrag ändern bzw. Ihre Daten auch mit auf nehmen. Aus versicherungstechnischen Gründen.“                                                                   Okay, wieder ins Büro und Sinjens Daten eintragen lassen. Dann ging es endlich weiter.

Ruckzuck waren wir auf der A7 und kamen super voran. Egal auch wenn wir ein paar Minuten verpassen, das macht nichts. Da wussten wir noch nicht, dass im Elbtunnel eine Fahrbahn wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Schon Kilometer vor dem Tunnel – Stau.                                               Die linke Spur wurde auf die mittlere umgeleitet. Im Radio bei NDR2 hörten wir, dass das Spiel angepfiffen wurde. Nach dem Elbtunnel ging es dann auch zügig weiter. Dann kam die Ausfahrt. Gleich sind wir da. An einem Imbiss konnten wir für 4 Euro privat parken. Bloß nicht noch lange einen Parkplatz suchen. Allerdings mussten wir noch ums halbe Stadion laufen, um zum Gästeblock zu kommen. Schnell kontrollieren lassen und rauf in den Block.

Nee, erst noch zur Toilette. Auf die paar Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an. Total ausgepowert und verschwitzt kamen wir oben an. Na klasse, jetzt sitzen auch noch welche auf unseren Plätzen. Hallo, das sind unsere Plätze. Kein Problem. Wir konnten noch 5 Minuten von der ersten Halbzeit sehen.

Die zweite Halbzeit fing auch ziemlich verkorkst an. Ruckzuck lagen wir 1:0 hinten. Dann auch noch die Ampelkarte für Höwedes. Alles Mist. Als dann Farfan der Ausgleich gelang, hatten wir Hoffnung, wenigstens einen Punkt mit zu nehmen. Mensch, ihr da unten auf dem Rasen, könnt ihr unsere Strapazen nicht ein bisschen belohnen? Nein, konnten sie nicht.

Endstand 2:1 für die Fischköppe.

Jetzt erstmal in Ruhe noch eine Cola trinken und eine Bratwurst essen und dann ab nach Hause. Auf der Rückfahrt noch ein kurzer Stopp beim Burger König. Vielleicht hat die Mannschaft ja auch Lust auf Snacks. Das hatten wir ja schon mal.

Nee, die hatten diesmal keine Snacks. Den Mannschaftsbus haben wir dann bei Gütersloh überholt. Aber das interessierte uns eigentlich wenig. Um kurz nach 1 Uhr sind wir bei uns angekommen.

Irgendwie war das eine abenteuerliche Fahrt. Das ganze hätte auch anders ausgehen können.        Wir sind froh, dass wir heil wieder da sind. Mein Auto braucht einen neuen Reifen und wahrscheinlich eine neue Felge.                                                                                                Wir sind 11,5 Stunden unterwegs gewesen, haben 45 Minuten Fußball gesehen und keine Punkte mitgebracht. Was tut man nicht alles für seinen Verein.

BWG Iris

 

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