gastebuch02
counter

Kick Tipp

s04l08 s04l07
Bericht üder Mike Hanke
Neues Logo 203

Mike Hanke: Von den Eltern ins Schalke-Trikot gezwungen

Von Lars Gartenschläger

Gelsenkirchen - - Vor sieben Jahren, als Schalke 04 mit dem Gewinn des UEFA-Pokals Fußball-Geschichte schrieb, stand ein 13-jähriger Junge in der Nordkurve des Gelsenkirchener Parkstadions und jubelte der Mannschaft zu: Mike Hanke. Die "Eurofighter", so wurde jenes Schalker Erfolgsteam genannt, sind längst in Rente, doch die Hoffnung, dass diese glorreichen Tage wiederkehren, nährt auch der junge Anhänger von damals. Aus Hanke, dem Fan, ist ein Profi geworden, der sich in die Herzen der Schalker Zuschauer gespielt hat. Ein Traum sei damit in Erfüllung gegangen, sagt der 20-Jährige. "Früher habe ich den Jungs zugejubelt, heute jubeln die Fans mir zu - das ist schon genial."

Geboren und aufgewachsen in Hamm, gab es für Hanke "auch nicht den Hauch einer Chance", sich selbst für einen Lieblingsverein zu entscheiden: der Vater ein Schalker, die Mutter auch. "Was sollte ich als kleines Kind machen", sagt Hanke, "meine Eltern haben mir Schalke-Bettwäsche geschenkt - und damit war die Sache geklärt."

Nachdem ihn seine Eltern in jungen Jahren noch ins Stadion begleitet hatten, schloss er sich später dem Fanklub "Attacke Hamm" an. Der Besuch von Heimspielen ("Ich hatte eine Dauerkarte") war Pflicht. Es sei denn, Hanke musste selbst kicken. Über die SpVgg Hamm und den VfL Bochum landete der Stürmer im Juli 2000 schließlich bei der A-Jugend von Schalke 04 - und zwei Jahre später bei den Profis.

"Mitten in einer Trainingseinheit, es war im Winter 2002", erinnert sich Hanke, "rief mein damaliger Trainer Norbert Elgert plötzlich zu mir rüber: He, Mike, du sollst nachher mal zum Rudi Assauer ins Büro kommen." Und dort teilte ihm der Manager von Schalke 04 mit, dass er einen Profi-Vertrag erhalten würde. Nach seinem Gehalt erkundigte sich Hanke nicht, "das hat mich erst mal nicht interessiert. Ich war einfach nur glücklich."

Der Aufstieg aus der Fankurve in den Angriff von Schalke, wo er mit Ebbe Sand ("In seinem Trikot habe ich Schalke immer angefeuert"), Victor Agali, Gerald Asamoah und Edi Glieder um einen Stammplatz kämpft, ist eine kleine Erfolgsgeschichte, die gerade die von Arbeitslosigkeit und existenziellen Sorgen geplagten Menschen im Revier begeistert.

Und so schreien sie in der Arena "Auf Schalke" besonders laut, wenn der Ruhrpott-Junge vom Stadionsprecher vorgestellt wird.

Ein Einsatz in der Saison 2001/02, zehn in der vergangenen und bisher acht in der laufenden Spielzeit. Das ist nicht viel, aber Hanke, der im UEFA-Cup drei Treffer und in der Bundesliga einen erzielte, hat immerhin einen kleinen Anteil daran, dass Schalke nach einem misslungenen Saisonstart die Kurve bekommen hat. Derzeit liegt der Klub auf Rang acht, hat nur zwei Punkte Rückstand auf einen Platz im UEFA-Cup, "wo wir in der kommenden Saison auch unbedingt spielen wollen." Er möchte helfen, das Ziel zu erreichen - am liebsten schon heute im Derby gegen Dortmund: "Unsere gute Vorbereitung, die wir hatten, stimmt mich ganz optimistisch. Wir werden es schon gegen den BVB beweisen", sagt Hanke, dessen Trainer Jupp Heynckes ihm mittlerweile eine große Zukunft prophezeit: "Wenn Mike so weitermacht, wird er bei Schalke zum Nationalspieler."

Artikel erschienen am 30.01.2004

[Startseite] [Aktuell] [Aktivitäten 2010] [Geschichte] [Satzung] [Vorstand] [Termine] [Karten] [Archiv] [1994] [1995] [1996] [1997] [1998] [1999] [2000] [2001] [2002] [2003] [2004] [2005] [2006] [2007] [2008] [2008+1] [Links] [Impressum]